Fotos von Werner Schieche

Simone Solga als Kanzlersouffleuse in der Paul-Metz-Halle „Im Auftrag der Kanzlerin…“

Vor zwei Monaten wurde sie in Nürnberg mit dem „Deutschen Kabarettpreis“ ausgezeichnet. Jetzt fegte die Vollblutkabarettisten Simone Solga über die Bühne der voll besetzten Paul-Metz-Halle und brachte „Im Auftrag der Kanzlerin“ gleich die neuesten Nachrichten ihrer „Chefin“ mit.

Nach Zirndorf kam die Power-Frau im flotten Business-Kleid bestens vorbereitet, hatte Akten mit Daten über die Region, denn sie hatte den Bewohnern der Bibertstadt Dinge von höchster Priorität mitzuteilen. Zirndorf bekommt nämlich zwölf nagelneue Asylantenheime, um Deutschlands Einwanderungsprobleme mit einem Schlag zu lösen. Erst nachdem sich der Schockzustand aufgelöst hat, erklärt sie, dass das nur ein Scherz war. In Wahrheit ist es nämlich schon entschieden: Zirndorf wird Atommüllendlager. Herzliche Gratulation!

Solgas scharfzüngige Formulierungen machen vor nichts und niemandem Halt. Dass sie dabei die Politiker der vordersten Front besonders im Visier hat, ist naheliegend. Besonders trifft es natürlich den ungeliebten Koalitionspartner. „Die Nahles und der Gabriel hängen sich doch den Sozialismus an die Wand wie die Katholiken das Kruzifix. Diese Koalition bleibt doch nur zusammen, weil sie Angst vor den Folgen einer Trennung hat“, so ihr Fazit. Und wenn der Seehofer tönt: „Wer betrügt, der fliegt“, setzt sie dem entgegen: „Erzählen sie das mal seiner Frau“. Den Grünen attestiert sie von ihren Idealen so weit weg zu sein, wie die Kirche von der Bergpredigt. Natürlich geht es um Griechenlands Finanz-Desaster. Ob PKw-Maut, Berliner Flughafen, NSA-Skandal, Europa-Krise oder deutsches Fernsehen – alles steht im Fokus der Kabarettistin. Die Rhetorik ist unglaublich. Zu Hochform aber lief Simone Solga in einer anderen faszinierenden Rolle auf: als Vamp, augenzwinkernd-wortwitzig nach einem harten Kerl schmachtend. Und sie findet ihn an diesem Abend auch, im Mann aus der erste Reihe, dem sie sich grazil aufs Knie setzt. „Du großer wilder Hase, ich beiß dir gleich ins Ohr“. Ob sie weiß, dass es ein Ex-Bürgermeister aus dem Landkreis war?

Schließlich verrät sie dem Publikum noch, welche Bedeutung die weltberühmte „Merkel-Raute“ wirklich hat. Es ist ein vereinbartes Zeichen für ihre engsten Mitarbeiter. Denn sie möchte damit ausdrücken: „Alles A....löcher um mich herum“. Achten Sie mal darauf, wer neben ihr steht, beim nächsten Mal.

Hier sehen Sie Fotos vom Gastspiel in der Paul-Metz-Halle

Simone Solga als Kanzlersouffleuse in der Paul-Metz-Halle „Im Auftrag der Kanzlerin…“

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