Umwelt & Klimaschutz: Stadt Zirndorf

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Umwelt & Klimaschutz

Maßnahmen und Informationen

Alle Maßnahmen und Informationen zum Umwelt- und Klimaschutz finden Sie nachstehend.

Wärmeplanung in Zirndorf

Zirndorf setzt auf nachhaltige Wärmeversorgung und positioniert sich als Vorreiterstadt mit dem Projekt zur "Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung". Noch bevor dies bundesweit verpflichtend wird, initiiert die Stadt Zirndorf damit frühzeitig den Prozess zur Durchführung und Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung.

Das Ziel ist es, dass Zirndorf bis 2045 komplett aus nachhaltigen Energiequellen beheizt wird. Dadurch wird nicht nur das Klima geschützt, sondern auch die Feinstaubbelastung in unserer Kommune verringert – gesündere Luft für die Umwelt und für alle Zirndorfer und Zirndorferinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird 2023-2024 ein kommunaler Wärmeplan erstellt, der analysiert, wie Zirndorf seinen Wärmebedarf nachhaltig und möglichst durch heimische Erzeugung decken kann. Somit erfahren Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, wie sie zukünftig am besten heizen sollten.

Das „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“ besagt, dass Zirndorf als Kommune mit unter 100.000 Einwohnern bis Mitte 2028 eine kommunale Wärmeplanung vorlegen muss – mit geplantem Projektabschluss bereits in 2024 ist Zirndorf damit Vorreiter.

Kommunale Wärmepläne sind ein essenzieller Teil der Klimawende. Indem diese Pläne Handlungsoptionen in der Wärmeversorgung aufführen, bilden sie die Grundlage für einen treibhausgasneutralen Gebäudebestand sowie eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung. Um diese Ziele zu erreichen, werden die beauftragten Experten im Wärmeplan konkrete Technologie-Lösungsvorschläge entwickeln, um maßgeschneiderte kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für die Kommune in einer Wärmewendestrategie abzuleiten. Hierbei wird in Zirndorf ein digitaler Stadt-Zwilling verwendet, der detaillierte Informationen bereitstellt. Es wird untersucht, wo bestehende Wärmenetze ausgebaut werden oder neue Wärmenetze entstehen können. Außerdem wird das Potenzial für lokale Wärmeproduktion und erneuerbare Energien aufgrund von Flächenverfügbarkeiten und anderen Faktoren wie z. B. der Gesetzeslage untersucht. Das übergeordnete Ziel ist, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die die Wärmeversorgung transformieren. Die vorgeschlagenen Konzepte und Lösungen werden dabei durch technisch-ökonomischen und ökologische Faktoren bewertet. Dabei fließen verschiedene Faktoren wie Referenzgebäudetypen, Quartierstrukturen, Treibhausgasemissionen, räumliche Wärmedichten sowie Netzausbau- und Betriebskosten ein. Dies ermöglicht einen Vergleich zwischen dezentralen und zentralen wärmenetzbasierten Wärmeversorgungslösungen. Darüber hinaus werden verschiedene Entwicklungsszenarien simuliert, die politische Ziele, wirtschaftliche Faktoren, Sanierungsfortschritte, technologischen Fortschritt, personelle Kapazitäten im Handwerk und andere relevante Faktoren berücksichtigen.

Zirndorf wird für langjähriges Engagement im Klimaschutz geehrt

Klima-Bündnis vergibt Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft

Im Jahr 2023 feiert Zirndorf 25 Jahre Mitgliedschaft im Klima-Bündnis, dem größten europäischen Städtenetzwerk für einen umfassenden und gerechten Klimaschutz.

In Anerkennung dieses Jubiläums hat Bürgermeister Thomas Zwingel nun eine digitale Urkunde erhalten, die die langjährige Arbeit getreu dem Leitbild „Für lokale Antworten auf die globale Klimakrise“ auslobt.

„Mit dem einstigen Beschluss zum Beitritt zum Klima-Bündnis hat Zirndorf bereits vor über zwei Jahrzehnten Weitsicht und Verantwortung in Sachen Klimaschutz bewiesen. Und die Bibertstadt ruht sich nicht auf ihren Erfolgen aus - nicht ohne Grund, wird auch in Zirndorf derzeit ein Klimaschutzmanager installiert“, erklärt Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel.

Hinter dem Klima-Bündnis stehen fast 2.000 Mitgliedskommunen aus über 25 europäischen Ländern. Das Netzwerk verbindet einen lokalen Ansatz mit globaler Verantwortung und bietet Mitgliedern konkrete Unterstützung im kommunalen Klimaschutz, wie Instrumente zum CO2-Monitoring oder Kampagnen Mobilität, Energieeffizienz und Ressourcennutzung. Zudem setzt sich das Netzwerk für die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene ein, um den kommunalen Klimaschutz auch politisch zu stärken.

Weitere Informationen auf klimabuendnis.org

500 Bäume für Zirndorf

Die Stadt Zirndorf gewährt ab dem Jahr 2023 einen Zuschuss für eine Baumpflanzung. Das Förderprogramm ist auf die Förderung von 500 Bäumen beschränkt, wobei im Zeitraum 2023 bis 2027 jeweils 100 Bäume bezuschusst werden.

Genauere Informationen können Sie den Richtlinien zum Antragsverfahren für die Gewährung eines Zuschusses für einen Baum „500 Bäume für Zirndorf“ entnehmen. Die Richtlinien sowie das entsprechende Antragsformular finden Sie hier.

Weiter erhalten Sie die Unterlagen auch im Stadtbauamt Zirndorf, Fürther Straße 4, 90513 Zirndorf.

Investition in Energieeffizienz

Weitere Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Zirndorf auf energieeffiziente LED-Technik

Die Stadt Zirndorf beabsichtigt im Haushaltsjahr 2021 in den Hauptverkehrsstraßen Nürnberger Straße, Wallensteinstraße, Albert-Einstein-Straße, Bahnhofstraße und Paul-Metz-Straße die vorhandene Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Leuchten umzurüsten. Insgesamt sollen 115 Leuchten ausgetauscht werden.

Dadurch werden rund 29.000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart, was einer Verbrauchsreduzierung von ca. 67 % gegenüber der jetzigen Beleuchtung entspricht. Für den Klimaschutz bedeutet dies eine langfristige Einsparung von 341 t CO2.

Die Maßnahme wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationale Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von Ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.PTJ.de

Baumpflanzungen durch die Service-Betriebe Zirndorf

In Zirndorf lässt sich’s gut durchatmen

Einen wesentlichen Beitrag der Stadt Zirndorf zum Klimaschutz stellen regelmäßig umfangreiche Baumpflanzungen dar. Die Zirndorfer Service-Betriebe bepflanzten alleine seit 2020 eine Fläche von knapp 15.000 Quadratmetern mit mehr als 8.500 Bäumen in Leichendorf und Bronnamberg.

Nicht nur im Hinblick auf die Artenvielfalt, auch im Kampf gegen die Klimakrise nehmen Wälder weltweit eine zentrale Rolle ein. Im Rahmen der Photosynthese – viele Schüler werden die Erklärung hinter diesem Terminus dank der regelmäßigen Abfragen im schulischen Biologieunterricht selbst im Halbschlaf herunterbeten können – entnehmen Bäume Kohlendioxid aus der Atmosphäre und liefern Sauerstoff. Jeder Baum absorbiert Kohlendioxid, folglich zählt jeder Baum.

Bei den Aufforstungen durch die Service-Betriebe in Leichendorf und Bronnamberg kamen neue und klimatolerante Baumarten wie Esskastanien und Baumhaseln zum Einsatz. Außerdem wurden Flatterulmen, Winterlinden, Rotbuchen, Bergahorne und Kirschen gepflanzt. Für die Standorte hat man sich seitens der Verwaltung ganz bewusst entschieden. „In Leichendorf waren viele Kiefern in Folge von Trockenheit und Krankheit abgestorben und in Bronnamberg wütete der Borkenkäfer in der Fichte“, erklärt Service-Betriebe Leiter Ralf Klein. Für die Wiederaufforstungen erhält die Stadt Zuschüsse aus dem Waldförderprogramm.

Neben der Aufforstung der Wälder finden seit 1987 ganz besondere Pflanzaktionen statt. Im Rahmen dieser Aktionen können Bürgerinnen und Bürger mit tatkräftiger städtischer Unterstützung Bäume zur Erinnerung an besondere Menschen oder schöne Momente pflanzen. Aus den einst entstandenen „Wegen des Lebens“, das sind öffentliche, von Bäumen gesäumte Wege, haben sich zwischenzeitlich an 16 verschiedenen Standorten im Stadtgebiet „Gärten des Lebens“ entwickelt. Die Pflanzaktionen sind bei den Zirndorferinnen und Zirndorfern sehr beliebt, rund 1.000 Obstbäume wurden seither gepflanzt.

- 08.04.2021

Städtische Kampfansage gegen das Artensterben

Terminologien wie „vom Aussterben bedrohte Arten“ werden gedanklich in erster Linie mit Tieren in Entwicklungsländern oder weit entfernten Regionen wie der Arktis verknüpft. Das mindert freilich nicht das Entsetzen über das fatale Resultat, schafft alleine auf Grund der räumlichen Distanz aber zunächst doch ein wenig „Erleichterung“. Tatsächlich ist aber auch Deutschland von aussterbenden und vor allem gefährdeten Tier- und ganz besonders Pflanzenarten betroffen. Um diesem Trend, der für die Menschheit langfristig eine existenzielle Bedrohung darstellt, entgegenzuwirken, verfolgen auch die Servicebetriebe der Stadt Zirndorf seit Jahren das Ziel, die Biodiversität, also die biologische Vielfalt im Stadtgebiet zu steigern.

Begonnen haben die Maßnahmen mit dem Anlegen von großen Streuobstbeständen im gesamten Stadtgebiet, die unter anderem im Rahmen der Aktion „Garten des Lebens“ noch immer weiter geführt werden und sich auch bei der Bevölkerung größter Beliebtheit erfreuen. Gesetztes Ziel ist es, vorher intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen in so genannte „naturnahe Magerstandorte“ umzuwandeln. Ralf Klein, Leiter der Service Betriebe Zirndorf, begründet diese Zielsetzung mit der höheren Pflanzenvielfalt auf abgemagerten Flächen. So wachsen auf mageren, nährstoffarmen Böden einfach naturgemäß mehr Arten und schwächeren Arten werden mehr Chancen geboten. Außerdem bieten die extensiv gepflegten Wiesen bodenbrütenden Vogelarten Nistmöglichkeiten. Auf diese Art und Weise fanden bisher schon 850 Obstbäume auf etwa 57.000 m² ökologisch wertvoller Fläche einen Standort.

Mehr als nur ein Augenschmaus

Eine weitere Maßnahme für mehr Artenvielfalt ist das Anlegen von Blumenwiesen. Hier ist zwischen mehrjährigen und einjährigen Saatmischungen zu unterscheiden. Letztere werden hauptsächlich im urbanen Straßenraum angelegt und bieten in erster Linie optische Reize. Natürlich dient auch diese bunte Blütenpracht vielen Insekten als Nektar. Die ökologisch wertvollere Variante stellen die ausgesäten Mischungen auf größeren Flächen, wie im Weiherhofer Weg oder in der Goethestraße, dar. Bei diesen Saatgutmischungen, die meist noch mit Stein- und Totholzhaufen bestückt und mit großkronigen Bäumen bepflanzt werden, handelt es sich um mehrjährige oder ausdauernde Wiesenmischungen wie die Veitshöchheimer Bienenweide oder autochthones, sprich gebietsheimisches Saatgut. Die so geschaffenen Lebensräume bieten Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen, vielen Insektenarten und Bodenbrütern, wie dem Kiebitz, ein Zuhause.

Seit 2016 läuft parallel noch ein weiterer Versuch, die Artenvielfalt zu steigern. Getreu dem Motto „einfach mal was stehen lassen“ wird entlang der Gemeindestraßen nicht mehr großflächig das ganze Bankett abgemäht. Wo verkehrstechnisch möglich, werden Flächen unterjährig nicht mehr gemäht, sondern abschnittsweise oder nur beim letzten Schnitt vor dem Winter mitbearbeitet. Herauskommen große Flächen, die wiederum der heimischen Flora und Fauna zur Verfügung stehen. Das ungewohnte Ergebnis mag rein optisch auf den ersten Blick „vergessen“ und gar befremdlich wirken, ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit aber durchaus beabsichtigt. Flächen, die oftmals – natürlich rechtswidrig – als Hundeklo zweckentfremdet wurden und auch optisch nichts zu bieten hatten, beherbergen heute Wildblumen und ganze Bienenvölker.

Natürlich kann eine Kommune nicht alle Nachteile kompensieren die im Zusammenhang mit Flächenversiegelung und intensiver Landwirtschaft zwangsläufig entstehen, aber eine Stadt wie Zirndorf birgt erhebliche Ressourcen für mehr Artenvielfalt, übrigens auch in den Gärten ihrer Bürger.